Ratgeber / Pflege

Sammelkarten richtig lagern: Keller, Dachboden oder Regal?

Pokémon-, Yu-Gi-Oh!- und andere Sammelkarten richtig lagern: Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Hüllen und Binder. Tipps aus der Papierrestaurierung.

Sammelordner mit Kartenhüllen auf einem Tauschtisch
Foto: Tourtefouille, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, zugeschnitten

Die meisten Schäden, die ich an Sammelkarten sehe, entstehen nicht beim Spielen, sondern bei der Lagerung. Als Papierrestauratorin arbeite ich mit denselben Regeln, die auch für Bücher und Grafiken im Museum gelten. Sie passen eins zu eins auf Karten.

Der richtige Ort

Die Library of Congress empfiehlt für Papier eine kühle Umgebung, also Raumtemperatur oder darunter, eine eher trockene Luft mit etwa 35 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit und vor allem stabile Bedingungen. Ausdrücklich abgeraten wird von Dachböden und Kellern, weil dort Temperatur und Feuchtigkeit stark schwanken und das Risiko für Wasserschäden höher ist. Ein Schrank in einem normal beheizten Wohnraum ist meist der beste Platz.

Licht vermeiden

Sonnenlicht und starkes Kunstlicht lassen Farben verblassen. Karten gehören nicht dauerhaft auf die Fensterbank oder in ein beleuchtetes Regal. Für die Ausstellung eignen sich Rahmen mit UV-Schutz oder eine Vitrine abseits vom Fenster.

Hüllen, Toploader, Binder

  • Hüllen (Sleeves): Die erste Schutzschicht gegen Staub, Fingerabdrücke und Kratzer.
  • Toploader: Feste Hüllen für wertvolle Karten. Sie verhindern Knicke und halten Karten flach.
  • Binder: Achte auf Seiten ohne PVC, ein Binder mit Reißverschluss schützt zusätzlich vor Staub. Karten nicht zu eng einstecken, sonst biegen sich die Ecken.
  • Keine Gummibänder und kein Klebeband: Beides hinterlässt Druckstellen und Rückstände.

Kleiner Trick

Ein einfaches Hygrometer aus dem Baumarkt zeigt dir, wie feucht es dort ist, wo deine Sammlung lagert. Liegt der Wert dauerhaft hoch, lohnt sich ein anderer Platz. Mehr zu den Folgen von Feuchtigkeit findest du im Artikel Gewellte Karten.

Illustration von Natascha
Natascha, studierte Restauratorin

Sieben Jahre Studium, hauptberuflich Gemälde und Bücher. Ich schaue mir deine Karte an und sage dir ehrlich, was sinnvoll ist.

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