Staub, Fingerabdrücke, ein grauer Film nach Jahren im Schuhkarton: Gerade alte Pokémon-Karten sehen oft müde aus. Die Frage „Womit kann ich meine Karten reinigen?“ gehört zu den häufigsten, die Sammler bei Google stellen. Die kurze Antwort: zu Hause nur trocken.
Was du selbst tun kannst
- Blasebalg: Lose Staubkörner pustest du mit einem kleinen Blasebalg aus dem Fotobedarf weg, nicht mit dem Mund, denn Speichel hinterlässt Flecken.
- Trockenes Mikrofasertuch: Ein sauberes, weiches Tuch, wie es für Brillen verwendet wird, nimmt leichte Fingerabdrücke auf. Arbeite mit wenig Druck und immer von der Mitte nach außen, damit du die Ecken nicht anhebst.
- Saubere, trockene Hände: Hautfett ist der häufigste Grund für Schlieren auf Holo-Flächen.
Was du lassen solltest
- Alkohol und Glasreiniger: Sie können Druckfarben und Beschichtungen anlösen. Was auf Glas glänzt, hinterlässt auf einer Karte schnell matte Stellen.
- Wasser und Feuchttücher: Der Papierkern saugt Feuchtigkeit auf, die Karte wellt sich und kann dauerhaft verziehen.
- Radiergummi: Er raut die Oberfläche auf und hinterlässt Krümel in der Struktur.
Was sagen Grading-Firmen dazu?
Das ist besonders wichtig, wenn du eine Karte später graden lassen willst. Der Grading-Dienst PSA listet in seinen offiziellen Bewertungsstandards unter „N7 Evidence of Cleaning“ unter anderem Lösungsmittel zum Entfernen von Flecken sowie Fremdstoffe wie Reinigungssprays oder Wachs auf der Oberfläche. Solche Karten bekommen dann unter Umständen keine normale Note. Eine trockene Staubentfernung ist davon nicht betroffen, chemische Mittel dagegen schon.
Wann sich eine professionelle Reinigung lohnt
Hartnäckige Ablagerungen, Klebereste oder Flecken gehören in erfahrene Hände. Als Restauratorin prüfe ich zuerst unter Vergrößerung, aus welchem Material die Oberfläche besteht, und sage dir ehrlich, ob eine Behandlung sinnvoll ist, gerade wenn die Karte zum Grading soll. Schick mir einfach Fotos.


