Die meisten Schäden, die ich an Sammelkarten sehe, entstehen nicht beim Spielen, sondern bei der Lagerung. Als gelernte Buchbinderin und in meinem Restaurierungsstudium arbeite ich mit denselben Regeln, die auch für Bücher und Grafiken im Museum gelten. Sie passen eins zu eins auf Karten.
Der richtige Ort
Die Library of Congress empfiehlt für Papier eine kühle Umgebung, also Raumtemperatur oder darunter, eine eher trockene Luft mit etwa 35 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit und vor allem stabile Bedingungen. Ausdrücklich abgeraten wird von Dachböden und Kellern, weil dort Temperatur und Feuchtigkeit stark schwanken und das Risiko für Wasserschäden höher ist. Ein Schrank in einem normal beheizten Wohnraum ist meist der beste Platz.
Licht vermeiden
Sonnenlicht und starkes Kunstlicht lassen Farben verblassen. Karten gehören nicht dauerhaft auf die Fensterbank oder in ein beleuchtetes Regal. Für die Ausstellung eignen sich Rahmen mit UV-Schutz oder eine Vitrine abseits vom Fenster.
Hüllen, Toploader, Binder
- Hüllen (Sleeves): Die erste Schutzschicht gegen Staub, Fingerabdrücke und Kratzer.
- Toploader: Feste Hüllen für wertvolle Karten. Sie verhindern Knicke und halten Karten flach.
- Binder: Achte auf Seiten ohne PVC, ein Binder mit Reißverschluss schützt zusätzlich vor Staub. Karten nicht zu eng einstecken, sonst biegen sich die Ecken.
- Keine Gummibänder und kein Klebeband: Beides hinterlässt Druckstellen und Rückstände.
Kleiner Trick
Ein einfaches Hygrometer aus dem Baumarkt zeigt dir, wie feucht es dort ist, wo deine Sammlung lagert. Liegt der Wert dauerhaft hoch, lohnt sich ein anderer Platz. Mehr zu den Folgen von Feuchtigkeit findest du im Artikel Gewellte Karten.


